Die Wartezeit ist einer der wichtigsten Parameter bei der Pflanzenschutzmittel-Anwendung. Fehler können teure Folgen haben - von Rückstandsbeanstandungen bis zum Verlust der gesamten Ernte.
Was ist die Wartezeit?
Die Wartezeit ist der Zeitraum zwischen der letzten Anwendung eines Pflanzenschutzmittels und der Ernte. Sie stellt sicher, dass bei der Ernte keine unzulässigen Rückstände im Erntegut vorhanden sind.
Die Wartezeit wird vom BVL bei der Zulassung festgelegt und basiert auf den Rückstandshöchstgehalten (MRL).¹⁴
Wie finde ich die richtige Wartezeit?
Die Wartezeit steht:
- Auf dem Produktetikett - verbindlich!
- In der BVL-Datenbank - durchsuchbar
- In unserer Produktsuche - übersichtlich aufbereitet
Beispiel: Wartezeit ablesen
Nehmen wir an, Sie behandeln Weizen mit einem Fungizid:
| Information | Wert |
|---|---|
| Anwendungszeitpunkt | BBCH 39-61 |
| Wartezeit | 35 Tage |
| Letzte Anwendung | 1. Juni |
| Früheste Ernte | 6. Juli |
Der Sonderfall "F"
In manchen Fällen steht statt einer Zahl der Buchstabe F als Wartezeit. Was bedeutet das?
**F = "Die Wartezeit ist durch die Anwendungsbedingungen und/oder die Vegetationszeit abgedeckt"**¹⁴
Das heißt konkret:
- Bei Vorauflauf-Anwendungen: Zwischen Anwendung und Ernte liegen automatisch Monate
- Bei Saatgutbehandlung: Keine Wartezeit in Tagen festlegbar
- Bei nicht-essbaren Pflanzenteilen: z.B. Zierpflanzen
Auch bei "F" gilt: Die auf dem Etikett genannten Anwendungsbedingungen müssen eingehalten werden!
Häufige Fehler vermeiden
Fehler 1: Falsche Kultur
Die Wartezeit kann je nach Kultur unterschiedlich sein - auch beim selben Produkt:
| Kultur | Wartezeit |
|---|---|
| Weizen | 35 Tage |
| Gerste | 42 Tage |
| Roggen | 35 Tage |
Immer die Wartezeit für Ihre Kultur prüfen!
Fehler 2: Mehrfachanwendung
Bei mehreren Anwendungen zählt die Wartezeit ab der letzten Anwendung. Nicht ab der ersten!
Fehler 3: Witterungseinflüsse ignorieren
Nasse, kühle Bedingungen verlangsamen den Abbau. Im Zweifel etwas länger warten.
Fehler 4: Kombinationen
Bei Tankmischungen gilt die längste Wartezeit aller Mischungspartner.
Dokumentation ist Pflicht
Sie müssen dokumentieren:
- Welches Mittel
- Welche Aufwandmenge
- Welche Kultur und Fläche
- Anwendungsdatum
- Geplantes Erntedatum
Bei Kontrollen müssen Sie nachweisen können, dass die Wartezeit eingehalten wurde.
Wartezeiten in unserer Datenbank
Nutzen Sie unsere Produktsuche, um Wartezeiten für zugelassene Mittel zu finden. Jedes Anwendungsgebiet zeigt die geltende Wartezeit an.
Hinweis: Diese Informationen dienen der Orientierung. Verbindlich ist immer das aktuelle Produktetikett bzw. die Gebrauchsanleitung.